Mehrgeschossiger Strohbau

Das Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff Stroh zeigt insbesondere im mehrgeschossigen Holzbau ein großes Potenzial. Das Dämmen tragender Holzrahmenkonstruktionen mit ausfachenden Strohballen oder als Stroh- Einblasdämmung findet in Deutschland und im europäischen Kontext zunehmend Anklang und gilt als Wegbereiter einer kreislaufgerechten Bauwende.

Beispielprojekte entstehen sowohl im Neubau als auch im Bestand, etwa das Mehrfamilienhaus Haus Hoinka von Atelier Kaiser Shen (DE), die Sanierung der Casa Steila Mar von Schmitt Architektur (CH), oder die Aufstockung des Haus G von Loci Architektur (AT). Neben konstruktiven Details, Planungsaspekten und theoretischen Grundlagen wird anhand des Mehrgenerationen-Wohnprojekts Querbeet von Architekt Dirk Scharmer ein praxisnaher Einblick in den Alltag einer Strohbaustelle sowie die Abläufe des Stroheinbaus vor Ort gegeben.

Im Zentrum des Seminars steht die Frage, welche architektonischen Qualitäten die Hybridbauweise aus Holz und Stroh im Kontext des heutigen Wohnraummangels entfaltet und welche regulatorischen sowie konstruktiven Hemmnisse sie insbesondere in höheren Gebäudeklassen (IV und V) begegnet.

Aktuelle Erkenntnisse aus dem kürzlich publizierten Konstruktionshandbuch `Stroh` werden aufgegriffen und zeigen, wie sich Forschung und Praxis in konkrete Projektlösungen übersetzen lassen und unter welchen technischen und wirtschaftlichen Bedingungen diese Bauweise künftig skalierbar ist.